IT-Infrastrukturen wachsen heute nicht mehr nur in Rechenzentren. Netzwerkkomponenten sitzen in Außenstandorten, Firewalls schützen entfernte Segmente, Server stehen in Produktion und Labor, IoT- und Messgeräte hängen direkt im Netz, oft sogar in technisch sensiblen Bereichen. Gleichzeitig erwarten Anwenderinnen und Anwender, dass alles jederzeit funktioniert – vom WLAN-Access-Point bis zur Laboranlage, die Messdaten in Echtzeit liefern muss.
Damit das gelingt, reicht es nicht mehr, nur „die großen Server im RZ“ zu überwachen. Wenn ein Switch im Technikraum ausfällt, ein Router am Standort die Verbindung verliert, eine Klimaanlage im Serverraum Störung meldet oder ein iLO-Interface Probleme signalisiert, muss jemand rechtzeitig Bescheid wissen. An genau dieser Stelle setzen wir bei der anyWARE AG auf Zabbix-Proxys: verteilte Monitoring-Instanzen, mit denen wir sehr nah an den Geräten messen, Störungen früh erkennen und flexibel alarmieren – nicht nur Sie als Kunden, sondern auf Wunsch auch direkt die verantwortlichen Hersteller oder Servicepartner.
Im Folgenden zeigen wir, wie ein solches Proxy-basiertes Monitoring funktioniert, welche Gerätetypen wir auf diese Weise im Blick behalten und welchen Mehrwert das für Stabilität, Sicherheit und Verantwortlichkeit in Ihrer Infrastruktur bringt.
Zabbix-Proxys – Monitoring dort, wo die Geräte stehen
Ein Zabbix-Proxy ist im Grunde ein „Außenposten“ der zentralen Monitoring-Plattform. Statt dass der zentrale Zabbix-Server jedes Gerät einzeln abfragt, übernimmt ein Proxy diese Aufgabe lokal im jeweiligen Netzwerksegment oder Standort. Er sammelt dort Messwerte und Statusinformationen, speichert sie zwischen und übermittelt sie gesammelt, über eine abgesicherte Verbindung, an den zentralen Zabbix-Server.
Das hat gleich mehrere Vorteile:
Zum einen müssen Ihre Netzwerke nicht für Monitoring aus allen Richtungen geöffnet werden. Der Proxy steht direkt im jeweiligen VLAN, in der Niederlassung oder im Datacenter-Segment und spricht dort mit den Geräten – über SNMP, HTTP, API-Abfragen oder andere Protokolle. Nach außen benötigt er nur eine einzige, klar definierte Verbindung zurück zur Zabbix-Zentrale. Das erleichtert Firewall-Regeln und hält Ihre Angriffsfläche klein.
Zum anderen reduziert ein Proxy die Abhängigkeit von Leitungen und Verbindungen. Fällt einmal die WAN-Strecke kurzzeitig aus, geht das Monitoring vor Ort nicht verloren. Der Proxy sammelt weiter Daten und sendet sie später nach, sobald die Verbindung wieder steht. Für eine Trendanalyse ist das immens wertvoll: Sie sehen auch im Nachhinein, wie sich Werte während einer Störung verhalten haben, statt mit Lücken in den Kurven zu arbeiten.
Vor allem aber ermöglicht uns ein Proxy, sehr nah am Geschehen zu messen. Ping-Zeiten, Antwortzeiten für HTTP-Abfragen, SNMP-Werte oder API-Responses werden dort gemessen, wo die Geräte wirklich stehen. So erkennen wir nicht nur „Device nicht erreichbar“, sondern auch schleichende Verschlechterungen, zum Beispiel steigende Antwortzeiten, wachsende CPU-Last oder immer vollere Log-Files.
Direktabfrage, API, SNMP, HTTP – was wir technisch tun
Im Monitoring zählen nicht nur die Werkzeuge, sondern vor allem die Schnittstellen. Mit Zabbix-Proxys setzen wir auf eine ganze Palette von Abfragemöglichkeiten, je nachdem, wie die jeweiligen Geräte sprechen.
Klassisch ist SNMP, der Standard zur Überwachung von Switches, Routern, Firewalls, WLAN-Controllern, USV-Anlagen, Klimageräten und vielen weiteren Komponenten. Über definierte OIDs fragen wir regelmäßig ab, wie es um Portstatus, Temperaturen, Lüfterdrehzahlen, Spannungsversorgung, Fehlerzähler, Throughput und viele andere Parameter steht. So erkennen wir etwa, ob ein Port häufiger Fehler wirft, ob ein Switch zunehmend wärmer wird oder ob eine USV in kritischen Batteriebereich kommt.
Viele moderne Geräte bieten zusätzlich oder alternativ Rest- oder JSON-basierte APIs. Wir nutzen Zabbix-Proxys, um über solche APIs detaillierte Statusdaten abzuholen, zum Beispiel von Firewalls, Storage-Systemen, Hypervisor-Hosts oder Spezialgeräten. Damit können wir spezifische Informationen abrufen, die über SNMP hinausgehen: Clusterzustände, Lizenzstatus, aktive Sessions, Status von Security-Policies oder Ergebnisse interner Selbsttests.
Für Web-Dienste setzen wir HTTP-Checks ein. Ein Proxy kann etwa in einem Außenstandort prüfen, ob eine bestimmte Web-Anwendung, ein internes Portal oder der Web-Config-Bereich eines Geräts erreichbar ist, wie lange der Aufruf dauert, ob ein bestimmter Text im HTML zurückkommt oder ob ein HTTPS-Zertifikat abzulaufen droht. Diese Checks sind besonders wertvoll, wenn Dienste über Reverse Proxys oder Loadbalancer bereitgestellt werden – oft ist dann nur aus der Perspektive eines Clients vor Ort erkennbar, ob wirklich alles funktioniert.
Schließlich gibt es die Direktabfrage über agentenbasierte oder herstellerspezifische Schnittstellen. Beispiel sind iLO– oder IPMI-Interfaces bei Servern, über die sich Hardwarezustände besonders zuverlässig auslesen lassen: Temperaturen, Lüfter, Spannungsversorgung, RAID-Status, Hardwarefehler. Ein Zabbix-Proxy kann diese Schnittstellen regelmäßig ansprechen und alarmiert uns, wenn sich ein kritischer Wert abzeichnet, etwa ausfallende Laufwerke oder Netzteile.
Mehr als nur Netz: Von Netzwerkgeräten über Server bis zu IoT und Labor
Der große Vorteil des Proxy-Ansatzes ist, dass wir damit sehr unterschiedliche Gerätetypen in ein gemeinsames Monitoring integrieren können – unabhängig davon, ob diese im Rechenzentrum, im Bürogebäude, in der Produktion oder im Labor stehen.
Klassische Netzwerkgeräte wie Switches, Router, Firewalls und WLAN-Access-Points lassen sich über SNMP und/oder API sehr vollständig überwachen. Wir sehen, welche Ports belegt sind, ob redundante Links aktiv sind, wie sich das Trafficaufkommen entwickelt, ob VPN-Tunnel stabil laufen oder ob Security-Policies sauber greifen.
Im Server- und Storage-Umfeld überwachen wir neben dem Betriebssystem auch die Out-of-Band-Management-Interfaces, zum Beispiel HPE iLO. Dadurch wissen wir frühzeitig, wenn sich ein RAID degradiert, eine Komponente Fehler zeigt oder ein Server ungewöhnlich hohe Temperaturen meldet – selbst dann, wenn das Betriebssystem noch „grün“ aussieht.
Darüber hinaus haben wir in vielen Kundenprojekten IoT- und Spezialgeräte angebunden: Sensor-Gateways, Steuerungen, Gebäudeleittechnik, Kamerasysteme, Zutrittskontrollanlagen oder Laborgeräte. Oft gibt es hier proprietäre Protokolle oder einfache HTTP- bzw. SNMP-Schnittstellen, die man mit etwas Erfahrung sehr gut in Zabbix integrieren kann. Der Proxy vor Ort spricht mit diesen Geräten, holt Statusinformationen und Messwerte ab und gibt sie weiter an das zentrale Monitoring.
Ein besonderer Mehrwert entsteht, wenn auch Labor- oder Produktionsgeräte eingebunden sind. Aus Sicht der Anwender ist es unerheblich, ob die Störung von einem PC, einem Switch oder einem Laborgerät kommt – sie sehen nur, dass ihre Arbeit unterbrochen wird. Wenn das Monitoring hier frühzeitig Alarm schlägt, kann der Servicepartner für das Gerät bereits reagieren, bevor ein kompletter Versuch oder eine Produktionseinheit verloren geht.
Früher Alarm statt späte Überraschung
Ziel eines so aufgebauten Monitorings ist es, nicht erst beim Totalausfall alarmiert zu werden. Natürlich muss ein Proxy melden, wenn ein Gerät gar nicht mehr erreichbar ist. Doch der eigentliche Mehrwert liegt in der Erkennung von Mustern und Vorzeichen.
Wenn etwa die Fehlerrate an einem Switchport langsam steigt, lassen sich Kabel- oder Hardwareprobleme erkennen, lange bevor Anwender über „sporadische Verbindungsabbrüche“ klagen. Wenn die Temperatur in einem Serverschrank kontinuierlich anzieht, kann ein Ausfall der Klimatisierung diagnostiziert werden, bevor Server automatisiert herunterfahren. Wenn der Traffic auf einer Firewall immer wieder an die Grenze der Kapazität stößt, wird klar, dass eine Aufrüstung oder Optimierung nötig ist, bevor Anwender die Auswirkungen spüren.
Unsere Zabbix-Proxys sammeln solche Messwerte, gleichen sie mit Schwellwerten ab und bewerten Trends. Weichen Werte von der Normalität ab, werden Warnungen ausgelöst. Erst wenn definierte Grenzen dauerhaft überschritten oder kritische Zustände erreicht sind, werden Alarme höherer Priorität ausgelöst. So entsteht ein fein abgestuftes System von Hinweisen und Eskalationen, das weder „Alarmmüdigkeit“ erzeugt noch kritische Zustände übersieht.
Alarmierung – auf Wunsch direkt zu Ihnen oder zum Hersteller
Ein gutes Monitoring endet nicht damit, dass irgendwo eine rote Lampe leuchtet. Entscheidend ist, dass die richtigen Menschen zur richtigen Zeit informiert werden.
Als IT-Dienstleister betreiben wir viele Zabbix-Instanzen und Proxys so, dass Alarme zunächst bei unserem Team auflaufen. Unsere Administratoren und Techniker analysieren, was genau passiert ist, ob es sich um eine kurzzeitige Abweichung oder ein ernsthaftes Problem handelt und welche Maßnahmen erforderlich sind.
Auf Wunsch können wir darüber hinaus Sie als Kunden direkt einbeziehen. Das reicht von E-Mail-Benachrichtigung an definierte Ansprechpartner über SMS oder Messenger-Hinweise bis hin zur automatischen Ticketanlage in Ihren eigenen Systemen. So behalten beispielsweise Ihre internen IT-Verantwortlichen jederzeit die Übersicht, auch wenn der operative Eingriff von uns übernommen wird.
Besonders wertvoll ist außerdem die Möglichkeit, externe Dienstleister oder Hersteller gezielt zu alarmieren. Viele Spezialgeräte – etwa Laboranlagen, Produktionsmaschinen oder sicherheitskritische Systeme – werden von Herstellerfirmen betreut, die eigene Service-Hotlines oder Ticketportale betreiben. Wir können Zabbix so konfigurieren, dass bei bestimmten Fehlercodes oder Zuständen automatisch eine Nachricht an den zuständigen Servicepartner geht, inklusive der relevanten Statusinformationen.
Auf diese Weise entsteht eine klare Kette: Das Monitoring erkennt den Fehler, wir bewerten ihn und stoßen je nach Vereinbarung die Meldung an Sie oder den Hersteller an. Das spart Zeit, verhindert Kommunikationsverluste und erhöht die Chancen, dass Störungen bereits in einem frühen Stadium behoben werden.
Transparenz und Nachvollziehbarkeit für IT und Management
Neben der reinen Störungsbearbeitung bietet ein Proxy-basiertes Monitoring einen zweiten, oft unterschätzten Vorteil: Transparenz.
Über Dashboards und Auswertungen sehen Sie auf einen Blick, wie es Ihren Standorten, Segmenten oder Gerätetypen insgesamt geht. Trendkurven zeigen, welche Komponenten besonders stark belastet sind, wo Engpässe wachsen oder welche Geräte sich auffällig verhalten. Für Entscheidende im Management ist das eine wertvolle Grundlage: Budget- und Modernisierungsentscheidungen lassen sich auf Messdaten stützen, nicht nur auf Bauchgefühle.
Gleichzeitig verbessert ein solches Monitoring die Nachvollziehbarkeit in Störungsfällen. Wenn es eine Diskussion gibt, ob ein Ausfall auf das Netzwerk, einen Server, eine externe Leitung oder ein Gerät des Herstellers zurückzuführen ist, helfen historische Daten weiter. Zabbix-Proxys liefern uns Zeitreihen: Wann trat der Fehler zum ersten Mal auf? Welche anderen Systeme waren betroffen? Wie sah die Auslastung zu diesem Zeitpunkt aus? Solche Informationen sind Gold wert, wenn es um SLA-Diskussionen, Versicherungsfragen oder die Bewertung von Wartungsverträgen geht.
Wie ein Proxy-basiertes Monitoringprojekt mit uns abläuft
Wenn wir bei einem Kunden Zabbix-Proxys für Netzwerkgeräte, Server und Spezialhardware einführen, beginnt alles mit einer sauberen Aufnahme der Umgebung. Wir klären, welche Standorte es gibt, welche Netzsegmente besonders kritisch sind, welche Geräte überwacht werden sollen und welche Schnittstellen sie bieten. Dabei berücksichtigen wir auch Sicherheitsanforderungen und bestehende Prozesse, etwa Vorgaben der Informationssicherheit oder Regeln der Gebäudetechnik.
Anschließend entwerfen wir eine Proxy-Architektur: Wo stehen die Proxys, welche Netze sprechen sie an, wie sind sie über Firewalls angebunden, wie erfolgt die Authentifizierung gegenüber den Geräten? Parallel definieren wir, auf welcher Ebene Sie Alarmierungen wünschen – nur bei uns, zusätzlich bei Ihnen, und gegebenenfalls direkt bei Herstellern oder Servicepartnern.
Im nächsten Schritt richten wir die Proxys ein, konfigurieren die entsprechenden SNMP-, HTTP-, API- und Agenten-Abfragen und hinterlegen Schwellwerte und Eskalationslogiken. Wir testen, ob alle relevanten Geräte erreichbar sind, ob die Messwerte plausibel sind und ob Alarme korrekt ausgelöst werden.
Danach folgt eine Feinjustierungsphase. Gerade in heterogenen Umgebungen zeigt sich in den ersten Wochen, wo Grenzwerte angepasst, zusätzliche Checks ergänzt oder Ausnahmen definiert werden müssen. Wir besprechen diese Erkenntnisse mit Ihnen, passen das Monitoring an und dokumentieren die Konfiguration.
Auf Wunsch übernehmen wir den laufenden Betrieb der Proxys und des Zabbix-Systems als Managed Service: Wir pflegen Templates, binden neue Geräte ein, überwachen die Proxys selbst und erweitern das System, wenn Ihre Infrastruktur wächst oder neue Anforderungen entstehen.
Fazit: Mit Zabbix-Proxys sehen Sie mehr – und früher
Unsere Erfahrung zeigt: Viele Ausfälle und Störungen kündigen sich an, bevor sie akut werden. Wer genau hinschaut, erkennt steigende Fehlerraten, wachsende Temperaturen, verzögerte Antworten oder erste Warnmeldungen in Logs. Mit einem Proxy-basierten Monitoring auf Basis von Zabbix schaffen wir die technischen Voraussetzungen, diese Signale zu sehen – nicht nur im Rechenzentrum, sondern überall dort, wo kritische Geräte stehen.
Ob Netzwerkkomponenten, Server mit iLO, Firewalls, Router, IoT- oder Laborgeräte: Wenn Sie möchten, dass Störungen früh erkannt und konsequent bearbeitet werden, ist ein durchdachtes, verteiltes Monitoring ein zentraler Baustein.
Wenn Sie wissen möchten, welche Ihrer Geräte sich heute bereits in ein solches Monitoring einbinden lassen,
wie Zabbix-Proxys konkret in Ihrer Infrastruktur aussehen würden und wie wir Sie bei Alarmierung, Störungsbearbeitung und Herstellerkommunikation entlasten können, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam entwickeln wir ein Monitoring-Konzept, das zu Ihrer Umgebung passt – und dafür sorgt, dass Sie Ausfälle nicht erst dann bemerken, wenn schon alles steht.

